Bornimer Feldflur

Bornimer Feldflur – Landwirtschaft im Zeichen der BUGA 2001
Die Feldflur war 2001 in Potsdam einer der landschaftsarchitektonischen Höhepunkte, denn noch niemals zuvor waren Agrarflächen Gegenstand des gestalterischen Konzepts einer Bundesgartenschau. Die Veranstalter entschlossen sich jedoch nicht ohne Grund für die Neuerung, denn die Verschönerung landwirtschaftlich genutzter Flächen hat in der Umgebung der brandenburgischen Hauptstadt eine lange Tradition. Nicht umsonst erklärte die UNESCO die Kulturlandschaften Potsdams bereits 1990 zum Weltkulturerbe.

Zurück geht die Gestaltung der Bornimer Feldflur auf einen Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV., der 1842 den Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné anwies, Agrarflächen in den Gemarkungen Bornstedt und Bornim zu verschönern. Der Gartenkünstler setzte den Auftrag um – und schuf eine malerische Gutsherrenlandschaft aus Alleen, Schutzhecken, Baumgalerien und Gehölzpalisaden. Das Land Brandenburg hat die Schönheit dieser natürlich bebauten Nutzflächen nach der Vereinigung Deutschlands wieder entdeckt, und so entstand in der Vorbereitungsphase der BUGA 2001 der Plan, die Lennésche Feldflur in das Gestaltungskonzept einzubinden. In der Folge wurden die alten Baum- und Gehölzbestände verjüngt, alte Alleen wie die Lindenallee restauriert und neue Fuß- und Radwege angelegt. Heute gehört die 65 Hektar große Fläche zwischen Kirschallee und Amundsenstraße zu den beliebtesten Potsdamer Naherholungsgebieten.

Zur Nutzung einer Agrarfläche gehört auch der Gartenbau. Dieser Aspekt wurde auf der BUGA 2001 in Potsdam am Rande der Bornimer Feldflur in Form einer Kleingartenanlage umgesetzt, die in maximal 150 Parzellen erstmals Schrebergärten mit Grünflächen kombinierte. Ganz andere Dimensionen repräsentiert in diesem Zusammenhang der berühmte Garten „Sieben Jahreszeiten“, mit dem sich der Gartenphilosoph Karl Foerster (1874 – 1970) in der Bornimer Feldflur schon zu Lebzeiten sein eigenes Denkmal schuf. Der gartenarchitektonische Leckerbissen in der Talmulde des Röthelpfuhls wurde anlässlich der Bundesgartenschau nach den Plänen von 1912 rekonstruiert und ist heute wieder im Original zu besichtigen.

Als Naherholungsgebiet hat die Bornimer Feldflur dem Besucher aber noch mehr zu bieten. Bequeme Wege laden zum Wandern, Radfahren und Joggen ein. Reizvolle Rastplätze und bezaubernde Landstriche fordern den modernen Menschen dagegen zum Innehalten, Verweilen und Ausruhen auf. Von der Eigendynamik dieser außergewöhnlichen Landschaft ließ sich 2001 auch der Berliner Komponist Hans Peter Kuhn inspirieren, der für die Bundesgartenschau in der Feldflur eine Klangremise errichtete, die mithilfe von Naturgeräuschen einen akustischen Raum schuf.

Wer genau hinhört, kann in der Bornimer Feldflur heute noch sommers wie winters den Klängen lauschen, die bereits Lenné tief ins Land der agrararchitektonischen Träume entführt haben.