Bundesgartenschau

Die Bundesgartenschau (BUGA) ist eine nationale Gartenbauausstellung, bei der gärtnerische, garten- und landschaftsarchitektonische Themen von April bis Oktober sieben Monate lang in natura ausgearbeitet und vorgestellt werden. In ihrer heutigen Form findet die Schau alle zwei Jahre statt, die Stadt Hannover war 1951 der erste Ausrichter. Für die Durchführung zeichnen die ausrichtenden Städte und die jeweiligen Bundesbehörden verantwortlich. Außerdem ist seit 1993 die Deutsche Bundesgartenschau GmbH (DBG) an der Planung und Umsetzung beteiligt, die vom Zentralverband Gartenbau e.V., vom Bund deutscher Baumschulen und vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau unterstützt wird. Schirmherr der Bundesgartenschau ist immer der amtierende Bundespräsident.

Die DBG-Gesellschafter prüfen die Bewerbungen, vergeben mit einem zeitlichen Vorlauf von acht bis zehn Jahren den jeweiligen Standort und beraten und begleiten den Ausrichter in der Vorbereitungsphase. Städte und Kommunen dürfen sich also auf eine kompetente Unterstützung verlassen, wenn es darum geht, Pflanzrabatten, Baumbestände, Gewächshäuser und andere Elemente des Gartenbaus langfristig zu planen und fristgerecht fertig zu stellen. Darüber hinaus ist die Gartenschau GmbH organisatorisch tätig und unterstützt den Ausrichter bei der Planung von Begehungen, Hallenschauen und PR-Maßnahmen. Die DBG hat ihren Sitz in Bonn und vergibt neben der Bundesgartenschau auch die Internationale Gartenschau und die Internationale Gartenbauausstellung, die alle zehn Jahre in Deutschland stattfinden.

Die ausrichtenden Städte nutzen die Bundesgartenschau in der Regel, um das Wohn- und Freizeitangebot innerhalb ihres Stadtgebietes aufzuwerten und um Arbeitsplätze zu schaffen. In der Planungs- und Vorbereitungsphase entstehen mithilfe eines hohen Budgets entsprechend Sport-, Park- und Gartenanlagen, die von der Bevölkerung auch nach der Bundesgartenschau als Naherholungsflächen genutzt werden können. Das Prinzip der Nachhaltigkeit spielt unter modernen Gesichtspunkten bereits bei der Bewerbung eine entscheidende Rolle. Die DBG prüft bereits lange im Vorfeld, ob sich ein geplantes BUGA-Gelände konzeptionell langfristig umweltschonend und bürgernah nutzen lässt.

In der Bevölkerung ist die Bundesgartenschau sehr beliebt, das rauschhafte Zusammenspiel von Blütenformen, Farben und Düften bringt selbst nüchterne Skeptiker mitunter ins Schwärmen. Kein Wunder also, dass die Veranstalter immer wieder versucht sind, neue Maßstäbe zu setzen. Etliche Städte konkurrieren auf unterschiedlichen Gebieten um die Krone der „besten“ Gartenschau aller Zeiten. So baute Dortmund 1959 zum Beispiel das seinerzeit höchste Gebäude in Deutschland. München hatte 1983 mit 11 Millionen Besuchern den größten Zulauf, dafür darf sich der Essener GRUGA-Park seit 1965 über eine Gesamtbesucherzahl von rekordverdächtigen 115 Millionen freuen. Zu den Siegern in Sachen Nachhaltigkeit zählt in jedem Fall die Stadt Kassel. Deren Beiprogramm zur BUGA 1955 – eine Kulturschau namens „Documenta“ – ist heute nämlich eine der bedeutendsten Kunstausstellungen der Welt.

Bis zum Jahresende 2019 werden zwölf Bundesländer die BUGA betreut haben, nur in Bremen, im Saarland, in Sachsen und in Schleswig-Holstein wird das farbenfrohe Spektakel bis dahin noch nicht zu Gast gewesen sein. Doch dank der zunehmenden Nachfrage nach grünen Akzenten im urbanen Lebensraum ist es sicher nur eine Frage der Zeit, bis auch in Städten wie Saarbrücken, Dresden oder Kiel ein deutsches Garten Event der Superlative statt findet.

Weitere Informationen zur Bundesgartenschau finden sich auch auf der offiziellen Seite der Deutschen Bundesgartenschau Gesellschaft.