Historische Innenstadt

Historische Innenstadt – Historie trifft Gegenwart
Die Bundesgartenschau Potsdam hatte für ihr dezentrales Konzept eine besondere Kulisse zur Verfügung - die Potsdamer Altstadt. Kaum eine andere deutsche Gemeinde vergleichbarer Größe blickt auf eine so bewegte und zeitweise ruhmreiche Vergangenheit zurück wie die brandenburgische Hauptstadt. Das Leben und Wirken unzähliger Kurfürsten, Monarchen und Regimenter schlug sich im Lauf der Jahrhunderte in einer Architektur nieder, die preußischen Drill mit einem Hang zu naturnaher Lustbarkeit verband. Entsprechend fanden sich in Potsdam schon früh die schönsten Gärten und Schlösser des deutschen Reichs. Bezaubernde Parkanlagen, prunkvolle Tore und detailgenau ausgebaute Plätze und Stadtviertel bestimmten das Stadtbild selbst im geteilten Deutschland, deshalb erklärte die UNESCO die gesamte Potsdamer Kulturlandschaft bereits kurz nach der politischen Wende zum Weltkulturerbe.

Für die Bundesgartenschau 2001 wurden Plätze, Straßen und Gartenanlagen restauriert, die im Lauf der Jahre gelitten hatten. Vor allem das ehemalige Ensemble aus Altem Markt, Stadtschloss und Lustgarten sollte seinen früheren Glanz teilweise zurückbekommen und Besucher aus ganz Europa wieder zum Staunen, Träumen und Verweilen anregen. Bei der Neugestaltung des Lustgartens griffen die Veranstalter auf alte Pläne und Baustrukturen zurück, die aus dem höfischen Park bereits im 17. Jahrhundert einen kulturhistorischen Leckerbissen gemacht haben. Neu dazu kamen Wege, Spielflächen und grüne Oasen, die Einwohnern und Gästen auch in der Zukunft als Blickfang und Erholungsstätte dienen sollten.

Das ehemalige Stadtschloss entzog sich der Neuerung, denn das Gebäude wurde nach dem zweiten Weltkrieg komplett zerstört und abgetragen. Die Stadtplaner und Gartenbauarchitekten nutzten für die BUGA jedoch den Grundriss des einstigen Prachtbaus und markierten mithilfe von Teppichen dessen beeindruckende Dimensionen. Eine Schaubaustelle führte die Besucher außerdem tief hinein in die Vorgeschichte des Areals, auf dem im Mittelalter noch eine Befestigungsanlage stand.

Auch andere Teile des historischen Stadtkerns wurden alternativ-gestalterisch wieder belebt. Der alte Potsdamer Stadtkanal wurde in seinem Verlauf zum Beispiel teilweise mithilfe eines blauen Blütentraums nachgebildet, der sich auf grünem Untergrund zwischen den alten Kanalmauern und der Ladenbergbrücke dahinschlängelte.

Und schließlich kam auch die Moderne zu ihrem Recht, denn das Motto der Gartenschau „Gartenarchitektur zwischen gestern und morgen“ sollte auch im Konzept der Historischen Altstadt ihren Ausdruck finden. Vergangenheit und Zukunft trafen sich zum Beispiel auf dem Platz der Einheit, wo künftig eine von Bäumen gesäumte Rasenfläche Touristen und Einheimische zum Verweilen einladen sollte. Modern gestaltete Gartenanlagen bereichern seit der BUGA 2001 außerdem die Hegelpromenade und das Holländische Viertel, dessen Typenhäuser mit ihren bepflanzten Hinterhöfen bereits im 18. Jahrhundert ein Paradebeispiel für eine gelungene, grüne Stadtarchitektur waren.