Pflanzen vorgestellt: Kakteengewächse

27. Dezember 2013

Kaktus

Kakteengewächse (Cactaceae) zählen zu den Bedecktsamigen Pflanzen und gehören zur Ordnung der Nelkenartigen Gewächse. Sie kommen fast ausschließlich auf dem amerikanischen Kontinent vor, auf dem sie sich vom Süden Kanadas über Mexiko bis nach Patagonien erstrecken. Am stärksten verbreitet sind sie jeweils um den südlichen und nördlichen Wendekreis, in Mexiko und in Bolivien und Argentinien. Die einzige außerhalb Amerikas von selbst angesiedelte Kakteenart ist die langtriebige Rhipsalis baccifera, die auch in den afrikanischen Tropen und im Inselreich des Indischen Ozeans heimisch ist. Auch in anderen Teilen der Welt, wie im Mittelmeerraum, gedeihen einige von Menschen eingeführte Arten, bei vielen für Kakteen gehaltenen Stachelpflanzen handelt es sich aber tatsächlich um Wolfsmilchgewächse. Kakteen mit ihren zumeist faserigen Wurzeln überleben in allen Regionen, in denen sie nicht ganzjährig mit Wasser versorgt werden; sie wachsen ebenso in Hochgebirgen wie in Talebenen, Wüsten, Steppen oder Halbwüsten.

Unter den etwa 1210 Arten finden sich überwiegend Stammsukkulenten, aber auch Sträucher, ausdauernde Bäume, Aufsitzerpflanzen oder Windepflanzen. Ein gemeinsames äußeres Merkmal sind die warzenartigen oder höckerigen Blattbasen, an denen Dornen anstelle von Blättern wachsen. Daher stammt der vom griechischen Wort „Kaktos“ für Stachel oder Dorn abgeleitete Name. Während Carnegiea giganta als größter Vertreter bis zu 15 Meter Höhe erreichen kann, wird ein Kleinkaktus, wie Blossfeldia liliputana, nur knapp einen Zentimeter im Durchmesser groß.

Der Seeigelkaktus - Astrophytum asterias
Zu den beliebtesten Kakteengewächsen zählt das Astrophytum asterias, auch bekannt als Seeigelkaktus, das zum Kaktus des Jahres 2012 gewählt wurde. Mit seinem kugelförmigen Körper, auf dem voneinander abgegrenzte Rippen symmetrisch zur Mitte streben, erinnert es an einen Seestern, weshalb es den Beinamen „Asterias“ bekam. Der graugrüne, dornenlose Kaktus mit feinen Haarbüscheln wächst nur knapp über dem Boden bis zur Höhe von zwei bis fünf Zentimetern und bildet zwei bis vier Zentimeter große gelbe Blüten, die innen rot gefärbt sind.

Der Seeigelkaktus kommt hauptsächlich im südlichen Texas und in Mexiko vor, wo er 1843 entdeckt wurde. Nachdem das erste Exemplar vom Münchener Botaniker Joseph Gerhard Zuccarini beschrieben worden war, dauerte es jedoch bis in die 1920er Jahre, bis die nächsten Vertreter dieser Rarität gefunden wurden. Bis heute gehört das Astrophytum asterias, das Liebhaber wegen seiner erstaunlichen Tarneigenschaften und der perfekten Form begeistert, zu den seltenen, vom Aussterben bedrohten Kakteenarten.

Aloe Vera – die Wüstenlilie
Aloe Vera oder Echte Aloe, die sogenannte Wüstenlilie, gehört formal nicht zu den Kakteengewächsen, sondern zur Familie der Grasbaumgewächse und zählt zur Ordnung der Spargelartigen. Wahrscheinlich stammt die Pflanze von der Arabischen Halbinsel, heute ist sie jedoch auch in vielen anderen Regionen beheimatet oder wird kultiviert, so etwa in Mexiko und Kuba, auf den Kanaren, in Nordafrika, in Indien und auf einigen Inseln im Indischen Ozean. Da sie in ihren dicken, fleischigen Blättern Wasservorräte speichert, kann sie in subtropischen und tropischen Regionen gedeihen, in denen es über mehrere Monate nicht regnet. Aloe Vera wächst ohne Stamm oder mit kurzen Stämmen, an denen sich rosettenartig angeordnete Blätter mit harten Stacheln an den Rändern bilden. Die graugrünen Blätter werden sechs bis sieben Zentimeter breit und erreichen 40 bis 50 Zentimeter Länge. Erstmals beschrieben wurde die Wüstenlilie 1753 von Carl von Linné als „Aloe perfoliata“, ihr heutiger lateinischer Name „Vera“ kennzeichnet sie als die Wahre. Besonders beliebt ist die Echte Aloe nicht nur wegen ihres dekorativen Äußeren, sondern auch, weil ihr gehaltvolles Blattgel als universelles Gesundheits- und Schönheitsmittel gilt.

Die Königin der Nacht – Selenicereus grandiflorus
Selenicereus-grandiflorusSelenicereus grandiflorus ist ein langtriebiger Kletterkaktus, der seinen Namen aufgrund der auffällig großen Blüten erhielt. Die Deutsche Kakteengesellschaft http://www.dkg.eu/cms wählte die imposante Rankpflanze zusammen mit ihren Partnergesellschaften aus Österreich und der Schweiz zum Kaktus des Jahres 2009. Die sogenannte Königin der Nacht wächst in der Karibik, in Mexiko und in südlichen Regionen der USA.

Ihre Triebe mit fünf bis acht Rippen und feinen, stechenden Dornen erreichen eine Länge von bis zu fünf Metern. Die außen gelb-braunen Blüten mit weißen inneren Blütenblättern können bis zu 30 Zentimeter lang und ebenso breit werden und acht Zentimeter lange rosarote Früchte bilden. Die Königin der Nacht ist nicht nur wegen ihrer wohlriechenden Blütenpracht und ihrer beeindruckenden Ausmaße beliebt, sondern wird auch in der Arzneimittelherstellung wegen ihrer medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe geschätzt.

Fotos: Randi Hausken, c299792458, Thamizhpparithi Maari, Richard C. Hoyer / wikipedia.de;

Schreibe einen Kommentar

Previous post: