Orte am Fluss

Orte am Fluss – Eine Zeitreise ans Ufer der Havel
Einer der Themenparks, die die BUGA 2001 zu einer Bundesgartenschau der besonderen Art machten, war die Kulisse „Orte am Fluss“. Die gartenarchitektonischen Meisterleistungen, die die Flusslandschaft im Herzen Brandenburgs ins Mittelpunkt des Interesse rückten, führen Besucher und Gäste auch heute noch tief hinein in die deutsche Geschichte. „Potsdams Mitte liegt im Wasser“, soll der preußische Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gesagt haben. Und wer sich einen Ausflug auf die Freundschaftsinsel, an die Ufer von Havel und Nuthe oder an einen der bezaubernden Potsdamer Seen gönnt, möchte ihm auch im 21. Jahrhundert uneingeschränkt Recht geben.

Bereits der preußische Hochadel hatte eine Schwäche für das einmalige Zusammenspiel von Wasser und Land, wie es sich dem Betrachter in Potsdam bietet. Schloss Sanssouci ist eines der Aushängeschilder dieser Schwäche, Friedrich der Große gab das Rokokoschlösschen 1745 in Auftrag. Nur zwei Jahre später war das Kleinod fertig gestellt und fortan nutzte der berühmteste preußische König die „Stadt im Wasser“ als Sommerresidenz.

Im Zuge der Umbauarbeiten, die die Veranstalter der BUGA 2001 anstrebten, kam der Uferzone der Havel eine besondere Bedeutung zu. Verschiedene bauliche Maßnahmen in der Nähe des Flusses sollten den Blick auf die historische Altsstadt wieder beleben und gleichzeitig Platz für eine Vielzahl von gärtnerischen Glanzpunkten schaffen. Entsprechend erhielt die Alte Fahrt – das ist einer der beiden Seitenarme der Havel, die die Freundschaftsinsel umschließen – einen breiten Uferweg, der zum Spaziergehen, Schauen und Verweilen einlädt. Die Neue Fahrt wurde im Uferbereich flacher gestaltet, was den Fußweg vom Babelsberger Park zum Potsdamer Bahnhof zum außerordentlich erholsamen Ausflugsziel machte. Außerdem wurde eine neue, überdachte Holzbrücke gebaut, die die Freundschaftsinsel fortan mit der Innenstadt verband.

Die Insel selbst war natürlich ebenfalls Gegenstand der landschafts- und gartenarchitektonischen Neuerung. Gestaltungselemente der 1930er, 1950er und 1970er Jahre trugen dazu bei, dass vor allem die Lehrgärten des Staudenzüchters Karl Foerster und des Landschaftsarchitekten Hermann Mattern zu neuem Leben erwachten. Rund 1200 Staudensorten aus ganz Europa verzauberten anlässlich der BUGA 2001 die Besucher. Dazu kamen unter anderem eine Freilichtbühne und zahlreiche Skulpturen und Plastiken, die die Insel bis heute für Kunstfreunde attraktiv machen.

Komplettiert wurde das Thema „Stadt am Wasser“ durch einen Landschaftspark, der nördlich der Nuthe angelegt wurde. Auch der Nuthe-Park steht Einwohnern und Gästen inzwischen als Naherholungsgebiet zur Verfügung. Allein die neu gerodeten, ökologisch wertvollen Feuchtwiesen locken jährlich Naturliebhaber aus aller Welt ans Ufer der Havel.